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Die Hüfte

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Die Hüfte beziehungsweise das Becken setzt sich aus den knöchernen Bestandteilen Kreuzbein (unterer Teil der Wirbelsäule) und Hüftbein zusammen. Das Hüftbein besteht aus dem Darmbein, welches die Beckenschaufel bildet, dem Sitzbein mit den beiden Sitzhöckern und dem Schambein.

  

Hüftbein und Oberschenkelknochengelenkköpfe ergeben zusammen die beiden Hüftgelenke, wobei das Hüftbein je eine Pfanne bildet, in der der Oberschenkelkopf ruht. Gelenkpfanne und –kopf des Kugelgelenks sind mit einer Knorpelhülle ausgestattet. Muskeln und Bänder sorgen für Halt und Funktionsfähigkeit.

 

 

  

Die nebenstehende Abbildung zeigt die knöchernen Anteile des Hüftgelenks mit Teilen des Beckens.

 

 

 

 

 

 

 

Rechte untere Abbildung:

Detailansicht eines gesunden Hüftgelenks mit intakter Knorpelschicht (Teilschnitt).

 

 

 

 

 

Häufige Krankheiten der Hüfte

Detailansicht eines durch Arthrose geschädigten Hüftgelenks mit Zerstörung der Knorpelschichten (Teilschnitt)

Coxarthrose bezeichnet die Arthrose des Hüftgelenks, also degenerative Veränderungen der Knorpelmasse. Dadurch verändert sich auch der Knochen, und es kann in der Folge zu schmerzhaften Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen und Schwellungen bis hin zur Verformung (Deformation) kommen. Die Krankheit ist die Folge einer nicht behandelten Hüftdysplasie oder Verschleißes durch falsche oder Überbelastung. Eine konservative Therapie ist dann nicht mehr angezeigt, und das Hüftgelenk muss ersetzt werden (siehe unten).

 

Hüftfehlbildung (Hüftdysplasie) ist eine angeborene Erkrankung. Ursache ist die fehlerhafte Ausbildung des Hüftgelenkes infolge (zu) raschen Wachstums. Deshalb ist das Hüftgelenk häufiger von Verrenkungen bzw. Auskugeln (Luxation) betroffen. Wegen einer zu flachen Gelenkpfanne findet der Gelenkkopf keinen richtigen Halt und kann aus der Pfanne rutschen.  

Um eine Dysplasie zu behandeln, finden bei Säuglingen konservative Methoden Anwendung.

Manchmal genügt es, den Kindern beim Wickeln ein breites Windelpaket zwischen die gespreizten Beine zu legen. In schwereren Fällen wird eine individuell angepasste Spreizhose angelegt. Bei schnellem Wachstum muss man diese regelmäßig wechseln. Die Methode ist sogar bei sehr schweren Fällen erfolgreich. Ähnlich funktioniert die Bandagenbehandlung nach Pavlik oder nach Bernau. Der Hüftkopf wird durch das Abspreizen der Beine sicher in seiner Pfanne fixiert. Bei ständig ausgekugelten Hüftgelenken wird nach dem schonenden Einrenken durch Streckbehandlung ein Gipsverband angelegt.  

Bei allen Einrenkungsversuchen ist Vorsicht geboten, denn der noch weiche Hüftkopf kann beschädigt werden. Wenn das geschieht, besteht sogar die Gefahr des Absterbens des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose), was schwerste Wachstumsstörungen hervorrufen würde. Krankengymnastik als Folgebehandlung ist von größter Bedeutung, denn dabei werden die das Hüftgelenk stabilisierenden Muskeln und die Bänder trainiert, die sich während der Ruhigstellung verkürzt haben.

 

Perthes-Erkrankung (Morbus Perthes) oder idiopathische juvenile Hüftkopfnekrose ist eine Knochen- und Knorpelbildungsstörung infolge unzureichender Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Schädliche Stoffwechselprodukte sammeln sich dabei an und führen zum Absterben (Nekrose) einzelner Knochenbereiche und des Knochenmarks. Der abgestorbene Knochen wird abgebaut und durch Bindegewebe ersetzt, später bildet sich gesunder Knochen nach. Mitunter wird durch die körpereigene Reparatur bei Kindern spätesten nach einigen Jahren eine vollständige Heilung erzielt. Krankengymnastik sollte unbedingt erfolgen, um Muskeln und Bänder aufzubauen und zu dehnen, Schwimmen und Rad fahren wirken sich ebenfalls positiv aus.

 

Die konsequente Entlastung des betroffenen Gelenkes ist erforderlich, bis sich die Knochenstruktur normalisiert hat. Bei Kindern über fünf Jahren kann das Hüftgelenk mittels einer speziellen Krückenkonstruktion (Orthese) entlastet werden. Diese Orthese muss mehrmals genau angepasst werden und sollte etwa ein Jahr lang getragen werden. Stoßwellentherapie kann der Heilung förderlich sein. Bei ausgeprägtem nekrotischen Befall des Hüftkopfes und besonders bei Kindern zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr kann eine Operation die letzte Möglichkeit zur Behandlung sein.

 

Mit aktiver Mitarbeit der Patienten und Krankengymnastik (Physiotherapie) und Medizinischer Trainingstherapie (MTT) nach Gustavsen gelingt die Mobilisation des Hüftgelenkes, und die gesamte Bein- und Hüftmuskulatur wird gekräftigt.

 

Oberschenkelhalsbruch (Schenkelhalsfraktur) ist ein Knochenbruch des oberen Endes des Oberschenkelknochens (Femur) knapp unterhalb des Hüftkopfes, meist als Folge eines Sturzes. Dabei besteht absolute Belastungsunfähigkeit des gebrochenen Beines. Unerträglich schmerzhaft wird der Versuch, das Bein zu bewegen. Betroffen sind meist alte Menschen, deren Knochen porös geworden sind.

 

Bei wenig verschobenen Schenkelhalsbrüchen können Schmerzen im Bereich des Kniegelenkes auftreten und zu einer falschen Diagnose führen. Je nach Bruchform muss mit einer Unterbrechung der Blutzufuhr für den Schenkelhalskopf gerechnet werden. Eine hüftkopferhaltende Operation sollte innerhalb der ersten sechs Stunden nach dem Unfall durchgeführt werden, um das Risiko eines Hüftkopfsterbens gering zu halten. Entscheidend für die Diagnose ist Röntgen. Nur bei jungen Patienten, die einen schweren Unfall hatten, wird eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomograpie (MRT) gemacht, um mögliche Verletzungen wie Hüftpfannenbrüche oder Beckenbrüche zu erfassen.

 

Ein Schenkelhalsbruch muss meistens operativ versorgt werden. Man unterscheidet zwischen den Hüftkopf erhaltenden und ersetzenden Operationen. Erhaltend kann eine Verschraubung durchgeführt werden, wobei drei Schrauben durch den Schenkelhals in den Hüftkopf gebohrt werden. Die Knorpelschicht wir dabei nicht durchbrochen. Die Operation dauert nicht lange und verursacht kaum Weichteilverletzungen. Osteoporose (zu poröse Knochen) kann Falschgelenkbildung (Pseudarthrose) bewirken. Bei Operation mit einer dynamischen Hüftschraube (DHS) wird eine Konstruktion aus Metallplatte und Schraube am Oberschenkel befestigt. Die Schraube verläuft durch den Schenkelhals in den Hüftkopf und hat eine Teleskopfunktion, um eine Stauchung des Bruchbereichs zu erzielen.

 

Zu den ersetzenden Operationen zählt das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Dabei sind die Patienten zwar schnell wieder auf den Beinen, es besteht aber ein großes Risiko für Gefäß-, Sehnen- und Nervenverletzungen, Thrombosen, Lungenembolie, Infektionen, Implantatlockerung und Pseudarthrose.


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