Sie befinden sich hier:  Home  >>  Medizinische Informationen  >>  Hand

Die Hand

Die Hand ist das leistungsfähigste mechanische Werkzeug des Menschen. Selbstverständlich kann und soll im Rahmen dieser Infoseite nicht auf alle ihre anatomischen Einzelheiten eingegangen werden. Vielmehr können wir nur einen Eindruck vom äußerst komplexen Aufbau des knöchernen Stützapparates, der zahlreichen Sehnen, Nerven und Gefäße einer menschlichen Hand geben. Sie besteht allein aus 27 Knochen, von denen acht die Handwurzel bilden. Diese nennt man Kahnbein, Mondbein, Erbsenbein, Kopfbein, großes Vieleckbein, kleines Vieleckbein, Hakenbein und Dreieckbein. Sie bilden ein kleines Gewölbe und sind über Gelenke an die fünf Mittelhandknochen angeschlossen. Jeder Finger mit Ausnahme des Daumens, der nur zwei Knochen aufweist, besteht aus drei Knochen. Der Daumen ist durch ein Sattelgelenk mit dem Handwurzelknochen verbunden. Dadurch kann er sich den anderen Fingern gegenüberstellen und verleiht der menschlichen Hand ihre einzigartigen Eigenschaften.

 

Ohne präzise Kenntnis dieser Strukturen in allen Details und eine sehr feine Präpariertechnik sollte Handchirurgie nicht betrieben werden. Daher bedarf es einer intensiven Vorbereitung sowie einer ständigen Schulung der ärztlichen Mitarbeiter in der Klinik und in Spezialkursen.

Beispielsweise bedürfen nicht nur das empfindliche Gleitgewebe der Sehnen, sondern auch die Sehnen selbst besonders schonender Nahtmaterialien und Nahttechniken.

Nerven und Gefäße der Hand sind so fein, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr genäht werden können. Mit dem Operationsmikroskop werden Nähte mit Fäden und Nadeln gelegt, die feiner sind als ein menschliches Haar. Dabei braucht es eine besonders ruhige Hand und sehr viel Übung.

Selbst die beste chirurgische Technik wird jedoch unbefriedigende Ergebnisse haben, wenn die Nachbehandlung nicht genau so sorgfältig durchgeführt wird. Daher haben wir für jede Erkrankung und Operation spezifische Richtlinien zur Weiterbehandlung entworfen, die jeweils auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden müssen.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in unserer Abteilung für Physiotherapie unter Leitung von Frau Trost sind speziell ausgebildet und bilden sich ständig fort.

Häufige Erkrankungen der Hand:

Karpaltunnelsyndrom ist die Druckschädigung eines Nervs in seinem Verlauf durch einen aus Knochen und Haltebändern geformten Kanal am beugeseitigen Handgelenk. Durch diesen Engpass zwängen sich auch die Beugesehnen der langen Finger. Beschwerden entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum. Sie äußern sich in Schmerzen und Kribbeln im Daumen, im Zeige- und Mittelfinger. Die Schmerzen können bis in den Oberarm ausstrahlen, sie treten besonders nachts auf und bessern sich oft durch Schütteln des Armes.

Im fortgeschrittenen  Krankheitsstadium kann sich ein ständiges Taubheitsgefühl der genannten Finger einstellen. Konservative Behandlungsmaßnahmen wie Ruhigstellung oder Injektionen führen meist nicht zu dauerhaftem Erfolg.

Die Einengung des Nervs kann durch eine relativ kleine Operation behoben werden. Hierbei wird das Dach des Karpalkanals, welches durch ein kräftiges quer verlaufendes Band, das Retinaculum flexorum, gebildet wird, gespalten. Eine Vollnarkose ist nicht nötig. Der Arm wird durch Plexusanästhesie (gezielte Betäubung der die Schulter oder den Arm versorgenden Nervenbündel mit Lokalanästhetika) betäubt. Nur selten ist die konventionelle offene Technik mit einem Schnitt in der Hohlhand notwendig. Beide Operationen können in der Regel ambulant durchgeführt werden.

 

Dupuytrensche Erkrankung oder Dupuytrensche Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung, bei der es langsam zu einer knotigen oder strangartigen Verdickung der faserhaltigen Gewebeschicht unter der Haut der Handinnenfläche kommt. Ihre Ursache ist unklar. Die Krankheit verläuft in Stadien, wobei anfänglich Verdickungen, Stränge oder derbe Knoten im Hohlhandgewebe (Hohlhandfascie) auftreten, die im weiteren Verlauf mit Einziehungen der Haut einhergehen. Schmerzen sind eher selten. Am häufigsten sind Klein- und Ringfinger betroffen, es können aber auch die übrigen Finger einzeln oder zu mehreren erkranken.

Wenn die Krankheit fortschreitet, treten die Finger in zunehmende Beugestellung, sie können dann nicht mehr vollständig gestreckt werden. Hierdurch wird die Funktion der Hand erheblich beeinträchtigt. Spätestens wenn die Streckhemmung im Grundgelenk zwanzig Grad beträgt oder wenn Schmerzen auftreten, wird eine Operation zum Entfernen der erkrankten Faszienanteile nötig. Leider ist trotz subtilster Präpariertechnik die Gefahr des Wiederauftretens der Erkrankung relativ groß. Es sollte daher nicht zu früh operiert werden.

 

Schnellender Finger heißt die Krankheit, bei der das Gleitverhalten der Fingerbeugesehne in ihrem Sehnenscheidenkanal, der vom Ringband verstärkt wird, gestört ist. Aufgrund einer knotigen Verdickung dieser Sehne verklemmt sie sich bei Beugen des Fingers in diesem Ringband, bei nachfolgendem Strecken löst sich der Sehnenknoten ruckartig unter Schmerzen.

Sofern das Schnappphänomen nicht regelmäßig auftritt und nicht schmerzhaft ist, kann unter strenger Schonung der Hand abgewartet werden. Einreibungen mit entzündungshemmenden Salben können hilfreich sein. Tritt keine Besserung ein, wird das Ringband bei örtlicher Betäubung gespalten, damit die Beugesehne wieder ungehindert gleiten kann.

 

Sehnenscheidenentzündung (Sonderform Tendovaginitis stenosans de Quervain) ist eine Entzündung des Daumen-Strecksehnenfaches. Es handelt sich um einen schmerzhaften Reizzustand des Sehnengleitgewebes im Strecksehnenfach nach länger dauernder Überlastung. Die Sehne quillt ödematös auf (Ödem= krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe) und wird für das Sehnenfach zu groß.

Bei der Sonderform tritt diese Reizung über dem Daumen-Strecksehnenfach am Handgelenk auf. Die Schmerzen strahlen zum Daumen und zum Unterarm aus und verstärken sich bei Belastung.

In frühen Stadien kann eine konservative Behandlung mit entzündungshemmenden Salben, zweiwöchiger Ruhigstellung in Gipsschiene und Spritzenbehandlung sinnvoll sein. In anderen Fällen muss das betroffene Sehnenfach operativ gespalten werden. Der Eingriff kann ambulant mit Plexusanästhesie durchgeführt werden.

 

Spätfolgen von Sehnenverletzungen können bei nicht oder unsachgemäß behandelten Sehnenverletzungen auftreten und bleibende Einschränkungen hinterlassen. Bei der Knopflochdeformität handelt es sich um eine Fehlstellung des Fingers mit Beugestellung im Mittelgelenk und gleichzeitiger Überstreckung des Endgelenks. Sie kann sich nach einer Strecksehnenverletzung ausbilden. Mit einer komplizierten Operation ist eine Rekonstruktion der durchtrennten Strecksehne durch Sehnenumkippplastik möglich.

Schwerwiegende Verletzungen sind Beugesehnendurchtrennungen. Sie können trotz kompetenter Behandlung zu Sehnenverklebungen und als Folge davon zur Versteifung führen. Durch operatives Lösen der Sehnenverwachsungen (Tenolyse) verbessert sich die Funktion meist.

 

Chronische Handgelenksbeschwerden können durch Entzündungen, Verschleiß (Arthrose), Spätfolgen von Knochenbrüchen oder Verstauchungen auftreten.

Die Handgelenksarthroskopie ist eine elegante Methode zum Abklären und gegebenenfalls gleichzeitigen Behandeln krankhafter Befunde im Handgelenk, der Handwurzel und sogar der Fingergelenke. Mit einer nur zwei Millimeter großen Kamera wird der Gelenkinnenraum untersucht und auf einem Monitor sichtbar gemacht. Mit Hilfe feiner Spezialinstrumente können Defekte wie etwa Knorpelrisse sofort behandelt werden. Die Untersuchung unter Oberarmplexusanästhesie wird am flüssigkeitsgefüllten Gelenk in Oberarmblutsperre durchgeführt.

 

Rhizarthrose ist der Verschleiß des Daumensattelgelenks zwischen erstem Mittelhandknochen und Handwurzel und häufigste Arthrose der Hand. Die Krankheit verläuft in vier röntgenologisch nachweisbaren Stadien. Der Beginn ist schleichend. Die schubweise auftretenden und in ihrer Intensität allmählich zunehmenden Schmerzen erreichen ein Maximum, das wenige Wochen bis Jahre anhalten kann (Aktivierte Arthrose). Die Schmerzen klingen häufig wieder ab. Oft bleiben jedoch Gelenkeinsteifung, Kraftminderung und Bewegungsverluste insbesondere der Daumenopposition (Bewegung des Daumens zum Kleinfinger hin).

In 75 % der Fälle kommt es nach zwei bis sieben Jahren zu einem Stillstand der Krankheit, die Patienten „lernen“ mit den Restbeschwerden zu leben. Die verbleibenden 25 % müssen wegen der schmerzhaften Funktionseinschränkung operativ behandelt werden.

Ein konservativer Behandlungsversuch ist immer gerechtfertigt. In der schmerzhaften Akutphase kann eine Beschwerdeerleichterung durch Anlegen einer individuell angepassten Kunststoffschiene zur Ruhigstellung des Gelenkes erzielt werden. Unterstützend können entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente und Salben gegeben werden.

Injektionen in das Gelenk in Form cortisonhaltiger Kristallsuspensionen sind allenfalls befristet wirksam und umstritten.

Erst wenn diese Maßnahmen über eine Dauer von drei bis vier Monaten ohne dauerhaften Erfolg bleiben, stellt sich die Indikation zur operativen Therapie.

Unter den zahlreichen literaturbekannten Verfahren haben wir uns für das Entfernen des Trapezbeins und Zügelaufhängeplastik mit einem Sehnenstreifen entschieden. Dieses Verfahren erlaubt nach der Verheilung schmerzfreie Daumenbeweglichkeit bei geringem Kraftverlust.

Nachbehandlung erfolgt durch kurzfristiges Ruhigstellen des Daumens mit anschließender intensiver Krankengymnastik. Es dauert etwa vier Wochen, bis die Hand wieder beschwerdefrei funktioniert.

 

Weitere Information finden Sie in folgender Broschüre: Handbroschüre.pdf


OCR Remscheid

Das besondere Leistungsangebot der Praxisklinik Allee-Center:

 

Endoprothetik aller Gelenke und der Wirbelsäule

 

Wirbelsäulenchirurgie

 

(Besonderes Leistungsangebot nach eigenen Angaben)

 

Informieren Sie sich hier, wie wir arbeiten: Therapieformen

 

 

Das Praxis-Team

Orthopäde Ralf Türk mit seinem Praxis-Team