Sie befinden sich hier:  Home  >>  Therapieformen  >>  Konservativ  >>  Stoßwellentherapie

Extrakorporale Stoßwellentherapie

Die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist eine Weiterentwicklung der Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL). Lithotripsie bedeutet wörtlich „Steinreibung“ und leitet sich ab von den griechischen Wörtern „lithos“ (Stein) und „tribseìn“ (reiben). Mit dieser Methode wurden ursprünglich Nieren-, Blasen- und Gallensteine ohne Operation förmlich aufgerieben, indem sie gezielt Stoßwellen ausgesetzt werden.

Auffallend viele Patienten, die mit ESW therapiert wurden, erlebten Linderung ihrer Rückenschmerzen und anderer Beschwerden. Diese Befunde waren Anlass zu Untersuchungen, welche belegen, dass Stoßwellen die Knochenbildung fördern. Und daraus hat sich die ESWT entwickelt.

 

Die Stoßwellentherapie kommt heute nicht nur bei der Behandlung von Verkalkungen zum Einsatz sondern überall dort, wo z. B. Gelenkkapseln chronisch gereizt sind und Muskel- und Bewegungsschmerzen auftreten.

 

Es handelt sich dabei um eine sogenannte Triggerpunkt-Behandlung: Die Therapie setzt genau dort an, wo es schmerzt. Sie kann somit auch eine Schmerzbehandlung mittels Spritze ersetzen. Trigger kommt vom englischen Ausdruck to trigger = auslösen und bezeichnet verdickte, schmerzintensive Stellen innerhalb eines lokal verspannten Muskels. Diese verursachen Schmerzen, die auch in andere Körperregionen ausstrahlen können.

 

Die Triggerpunkte lassen sich bei der manuellen Untersuchung durch den Arzt ertasten.  Durch die Behandlung dieser Punkte mit der Stoßwellentherapie kann der Schmerz dauerhaft beseitigt werden. Die Trigger-Stoßwellentherapie aktiviert den Heilungsprozess der Zellorganismen und des ganzen Körpers. Der Stoffwechsel wird angeregt, die Durchblutung gefördert und geschädigtes Gewebe heilt ohne medikamentöse Behandlung aus. Auch tief sitzende Triggerpunkte können behandelt werden.

 

Die Einleitung der Stoßwellen in den Körper erfolgt über ein Wasserkissen und auf die Haut aufgetragenes Gel. Der geeignete Ort des Stoßwellenbündels wird mit Röntgen oder Ultraschall bestimmt. Der Patient wird so gelagert, dass die Wellen dort ihre größte Kraft entfalten, wo der Triggerpunkt sitzt. Auf ihrem Weg durch das Gewebe verursachen sie kaum Schäden. Normalerweise werden nicht mehr als 2000 bis 3000 Stoßwellen verabreicht. Darüber hinaus besteht die Gefahr einer Gewebeschädigung. Die Patienten erhalten Beruhigungs- und Schmerzmittel oder eine Periduralanästhesie. Nur in Ausnahmefällen wird eine Narkose durchgeführt.

 

Die Nebenwirkungen und Komplikationen der ESWT sind gering. Durch die Stoßwellen wird immer in geringem Umfang das Gewebe geschädigt. Deshalb kommt es zu leichten Blutergüssen. Diese Folgen verschwinden innerhalb weniger Wochen. Stoßwellen können unter Umständen zu Herzrhythmusstörungen führen. Aus diesem Grunde werden die Stöße an die Herzfrequenz angepasst, so dass die Wellen den Rhythmus nicht durcheinander bringen.

Vertiefende Hintergrundinfos zum Thema Stoßwellen:

Stoßwellen sind Schallwellen. Sie entstehen zum Beispiel bei Gewittern und erzeugen Donner, oder durch Überschallflugzeuge, wo sie für den Überschallknall verantwortlich sind. Auch der Peitschenknall entsteht durch sie. In Medien, die sich so gut verdichten lassen wie Luft, erzeugen Störungen, zum Beispiel Blitze oder ein Geschoss oder ein sehr schnelles Flugzeug, Druckänderungen. Diese Störungen breiten Druckwellen mit Schallgeschwindigkeit aus. Ist eine Störung langsamer als der Schall, kann die Luft sich rasch neu verteilen, um sie auszugleichen. Bewegt sie sich jedoch schneller als die von ihr verursachten Druckwellen, kann die Luft in der Nähe nicht schnell genug reagieren, um ihr auszuweichen. Dichte, Druck, Temperatur der Luft und die Geschwindigkeiten der Luftteilchen verändern sich daher plötzlich, um sich der Störung anzupassen. Dadurch werden Störungswellen mit stark ansteigendem Druck erzeugt, die die Luft erhitzen. Das sind die Stoßwellen. Da die erhitzte Luft eine geringere Dichte hat, folgt auf den Druckanstieg sofort ein Druckabfall und danach Druckausgleich. Die Stoßwellen klingen zu normalen Druckwellen ab, wenn ihre Energie in Form von Wärme von der Luft (dem Medium) absorbiert wird.

 

Luft hat eine Schallgeschwindigkeit von etwa 340 Metern pro Sekunde, das entspricht 1225 Stundenkilometern (km/h). In Wasser breitet sich der Schall mit 5340 km/h aus. In den Weichteilen des menschlichen Körpers, der zu großen Teilen aus Wasser besteht, breiten sich Schallwellen ebenfalls mit Geschwindigkeiten von 5220 km/h (Fett) bis 5900 km/h (Muskeln) aus. Im Knochen ist der Schall noch schneller. Zwischen 9700 und 14800 km/h beträgt hier die Schallgeschwindigkeit. Und in einer Verkalkung oder einem Nierenstein pflanzt sich der Schall mit bis zu 18000 km/h fort. 

Der Wellenwiderstand (die Impedanz) von Wasser ist also mehr als viermal so groß ist wie der von Luft, aber weniger als halb so groß wie der von Knochen.

 

Wenn Wellen Medien unterschiedlichen Wellenwiderstandes durchlaufen, „brechen“ sie sich an der Grenzfläche. Ein schräg halb in Wasser getauchter Stab veranschaulicht dies. Er bekommt vermeintlich einen Knick an der Wasseroberfläche. Dringt eine Welle von einem in ein anderes Medium ein, so kann sie im Extremfall komplett absorbiert werden wie ein Lichtstrahl, der in einen schwarzen Brunnenschacht fällt, oder sie setzt unter mehr oder weniger starker Beugung ihren Weg fort, oder aber sie wird komplett reflektiert wie ein Lichtstrahl an einem Spiegel.

 

(Stoß-) Wellen setzen sich ohne Unterbrechung fort, solange sie sich in Medien mit vergleichbarem Wellenwiderstand befinden. Da der menschliche Körper fast die gleiche Impedanz besitzt wie Wasser, können Stoßwellen aus Wasser ungehindert in den Körper eindringen und sich ausbreiten. Treffen sie auf Medien unterschiedlicher Impedanz wie eine Verkalkung oder einen Nierenstein, kommt es innerhalb des Steins und an seiner Grenzfläche zu unterschiedlichen Druck-, Zug- und Scherkräften. Diese Kräfte wirken auf den Stein und zerstören ihn.

 

Bei der ESWT werden Stoßwellen durch Funkenentladungen unter Wasser erzeugt und anschließend durch einen Stoßwellen-Parabolspiegel in einem Punkt, dem Brennpunkt gebündelt (fokussiert). Die Funken sind dabei für den Menschen ungefährlich, weil sie mit dem Körper nicht in Berührung kommen. Sie bewirken lokal ein plötzliches Erhitzen des Wassers und damit explosionsartige Dampfbildung. Neuere Geräte erzeugen die Funkenentladungen durch elektromagnetische oder piezoelektrische Elemente.


OCR Remscheid

Das besondere Leistungsangebot der Praxisklinik Allee-Center:

 

Endoprothetik aller Gelenke und der Wirbelsäule

 

Wirbelsäulenchirurgie

 

(Besonderes Leistungsangebot nach eigenen Angaben)

 

Informieren Sie sich hier, wie wir arbeiten: Therapieformen

 

 

Das Praxis-Team

Orthopäde Ralf Türk mit seinem Praxis-Team